Spatzennest - Naturkindergarten mit Tieren e.V.
Spatzennest - Naturkindergarten mit Tieren e.V.

Wir sind für Sie da

Spatzennest - Naturkindergarten mit Tieren e.V.

Ölhaus 1

74564 Crailsheim

Telefon

07904 9448564

  

Nutzen Sie auch gerne direkt unser Kontaktformular.

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag

7.30 - 13.30 Uhr

 

 

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"Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen."

Konzeption Naturkindergarten Spatzennest

Stand Januar 2019

 

Inhaltsverzeichnis:

 

1. Einleitung

2. Rahmenbedingungen

2.1 Das Kindergarten Team

2.2 Räumlichkeiten

2.3 Unsere Tiere

2.4 Gruppengröße

2.5 Öffnungszeiten

2.6 Mahlzeiten

2.7 Tagesablauf

2.8 Jahreszeiten und Feste

2.9 Elternarbeit

2.10 Aufnahme in den Kindergarten

2.11 Kindergartenbeiträge

2.12 Kooperationspartner

3. Pädagogisches Konzept

3.1 Natur erleben mit allen Sinnen

3.1.1 Phantasievolles Spielen in der Natur

3.1.2 Staunen über Schönheit und Wunder der Schöpfung

3.2 Unsere Tiere im Kindergarten

3.3 Lebenspraktischer Ansatz

3.4 Religionspädagogik

3.5 Werken

3.6 Gemeinschaft erleben

3.7 Feste

3.8 Fordern und Fördern

3.9 Sicherheit geben

4. Schlusswort und Anhang zur Qualitätssicherung, Beteiligung….

 

1. Einleitung:

 

Der Naturkindergarten Spatzennest ist ein Kindergarten mit den Schwerpunkten Natur, Werken und Tieren. Bei unserer Arbeit leitet uns die Liebe zur Schöpfung, zum Schöpfer und zu seinen Geschöpfen. In all unserem Reden, Arbeiten und Tun wollen wir den Kindern Vorbilder sein, an denen sie sich orientieren und lernen können - denn “Erziehung ist Vorbild und Liebe!”

Kindheit heute bedeutet, immer weniger Erfahrungen aus erster Hand machen zu können, besonders in der freien Natur. Die Natur mit ihrer Vielfalt an Pflanzen und Tieren, bietet den Kindern einen unendlichen Raum zum Staunen, Entdecken, Lernen und Be-Greifen. So wird ihnen ein naturwissen-schaftliches Grundwissen vermittelt, während sie ihre kindlichen Grundbedürfnisse wie Spieltrieb, Experimentierfreude, Neugier und Bewegungsdrang ausleben können.

Im Naturkindergarten erleben und empfinden die Kinder Frühling, Sommer, Herbst und Winter hautnah in ihren unterschiedlichen, typischen Erscheinungsformen. Das Spielen, Lernen, Arbeiten und Feiern passt sich somit dem Rhythmus der Jahreszeiten an.

Die Tiere, die zu unserem Kindergarten dazugehören unterstützen unsere pädagogische Arbeit. Wir sind für sie verantwortlich und die Kinder lernen viel von und durch die Tiere.

Durch vielfältige, besonders auch handwerkliche und kreative Angebote, sowie lebenspraktisches Arbeiten, wollen wir die Entwicklung der Kinder, ihre Kreativität, Geschicklichkeit und ihre Gaben unterstützen und

fördern.

Zeit ist ein kostbares Gut. Wir wollen den Kindern Zeit geben und lassen -um zu spielen, sich zu entwickeln und selbst Erfahrungen zu machen, die für die kognitive und psychische Entwicklung des Kindes unerlässlich

sind.


2. Rahmenbedingungen:

 

2.1 Das Kindergarten-Team:

Unser Team besteht aus 3 Erzieherinnen.

 

Monika Waldbauer

  • Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin in Schwäbisch Hall
  • 10 Jahre Erzieherin in einer stationären Kinderheimwohngruppe
  • Ausbildung zur Schreinerin in Stuttgart-Feuerbach
  • 3 Jahre Erzieherin in einem Kinderhort in Stuttgart
  • 1 Jahr Bibelschulausbildung in Kirchberg a. d. Jagst
  • 4 Jahre Erzieherin im Naturkindergarten Sonnenwirbel in Münchingen

 

Annegret Gaupp

  • Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin in Beutelsbach
  • 4 Jahre Erzieherin in einem Kindergarten in Stuttgart (2 Jahre Gruppenleitung)
  • Ausbildung zur Werklehrerin im sozialen Bereich in München
  • 15 Jahre Arbeit in einer Jugendhilfeeinrichtung in Korntal (5 Jahre stationäre Kinderheimwohngruppe, 10 Jahre Verwaltungsangestellte in derselben Einrichtung)
  • 15 Jahren Werkkurse für Kinder im Kinderheim und im dazugehörenden Familienzentrum in Korntal

Dagmar Hofmann

  • Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin in Schwäbisch Hall
  • 10 Jahre Erzieherin in verschiedenen Einrichtungen der Stadt Schwäbisch Hall
  • Elternzeit
  • Weiterbildung zur Sprachförderkraft

 

2.2 “Räumlichkeiten”

Der Kindergarten befindet sich im Obstgarten eines ruhenden, landwirtschaftlichen Gehöftes in Ölhaus (Stadt Crailsheim). Wir halten uns hauptsächlich im Freien auf. Für kalte Tage haben wir einen beheizbaren Bauwagen und eine Schutzhütte. Das "Spatzennest", unser Stuhlkreis und Treffpunkt ist überdacht.

Als Toilette steht uns in einem “Klohäusle” eine Komposttoilette zur Verfügung. Fürs “Pipi” gibt es ein dafür ausgewiesenes, vom Spielgelände abgelegenes Plätzchen. Nach der Toilette waschen die Kinder sich die Hände mit Wasser und Flüssigseife/Teebaumöl.

 

2.3 Unsere Tiere

Zu unserem Kindergarten gehören auch verschiedene Haus- und Hoftiere (Hühner, Schafe, Enten, Esel…). Diese versorgen wir zum Teil mit den Kindern und übernehmen mit ihnen Verantwortung für die Tiere.

 

2.4 Gruppengröße

Im Spatzennest können bis zu 20 Kinder im Alter von 3 Jahren bis zum Schuleintritt betreut werden.

 

2.5 Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag von 7.30 - 13.30 Uhr!

Kernzeit ist von 9.00 -12.30 Uhr.

Es gibt 2 Abholzeiten: 12.30 Uhr oder 13.30 Uhr.

 

2.6 Mahlzeiten:

Am Vormittag gibt es eine gemeinsame Vesperzeit. Dafür bringen die Kinder ein gesundes Vesper von zu Hause mit.

Immer wieder einmal wollen wir mit den Kindern etwas backen oder ein Müsli für das Vesper zubereiten. Dabei ist es uns wichtig, gesunde, saisonale und regionale Lebensmittel zu verwenden.

 

2.7 Tagesablauf

Unser Tagesablauf folgt einem immer wiederkehrenden Rhythmus und ist geprägt von Ritualen, die den Kindern Sicherheit und Struktur geben.

 

Morgendliche Freispielzeit 

7.30 - 9.00 Uhr                                      

Währenddessen kommen alle Kinder an und haben Zeit, im Kindergartengelände zu spielen, bei der Versorgung der Tiere und sonstigen Arbeiten zu helfen. Die Erzieherinnen sind in dieser Zeit für die Kinder da und verrichten mit ihnen anfallende Arbeiten, in die sie altersentsprechend einbezogen werden (im Garten ernten oder Früchte verarbeiten, Tiere versorgen, Tisch decken usw.) und die für die Kinder verständlich und nachahmbar sind und Bedeutung für das alltägliche Leben haben. Diese Spielzeit wird mit gemeinsamen Aufräumen beendet. Danach gehen alle Kinder zur Toilette und zum gemeinsamen Händewaschen.

 

Treffpunkt im “Spatzennest”

9.00 - 9.45 Uhr                                                          

Im Spatzennest, unserem Stuhlkreis, werden wir gemeinsam singen, Geschichten hören, spielen, jahreszeitliche und aktuelle Themen behandeln und die Kinder in einer Erzählrunde zu Wort kommen lassen.

                                                          

Gemeinsames Vespern

9.45 - 10.15 Uhr                                                              

Das gemeinsame Essen ist uns sehr wichtig. Wie beginnen und enden mit einem Dankgebet und wollen den Kindern Dankbarkeit und Respekt für die guten Gaben vermitteln. Außerdem ist uns eine ruhige und gesittete Mahlzeit wichtig.

 

Angebote, freies und angeleitetes Spielen              

10.15 - 12.15 Uhr                                                            

In dieser Zeit finden kreative und handwerkliche Angebote parallel zum freien Spiel statt. An manchen Tagen nutzen wir auch die Zeit, die Umgebung zu erkunden oder eine Wanderung zu machen. Am Ende dieser Zeit räumen wir gemeinsam auf.

 

Gemeinsamer Abschluss                                                  

12.15 - 12.30 Uhr                                                          

Wir verabschieden uns mit einem gemeinsamen Lied und Abschiedsritual von allen Kindern, die um 12.30 Uhr abgeholt werden.

 

Freies Spiel und individuelle Aufgaben 

12.30 - 13.25 Uhr

Die Kinder haben nochmals Zeit zum Spielen oder bekommen noch eine kleine Aufgabe gestellt (z.B. die Vorschulkinder)

 

Verabschiedung

13.25 - 13.30 Uhr

Wir beenden den Tag gemeinsam im Spatzennest

 

 

2.8 Jahreszeiten und Feste:

Die christlichen Feste sind ein wichtiger Bestandteil unseres Jahresablaufes. Es ist uns wichtig, sie mit den Kindern vorzubereiten und zu feiern. Ebenso wichtig sind uns die Geburtstage der Kinder die wir miteinander feiern.

In jedem Kindergartenjahr gibt es Feste, die wir mit den Kindern und ihren Familien feiern wollen (z.B. Laternenfest, Sommerfest oder Abschiedsfest).

 

2.9 Elternarbeit:

Eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern ist Voraussetzung für eine gute Erziehungsarbeit an den uns anvertrauten Kindern. Deshalb ist es uns wichtig, mit den Eltern in regem Austausch zu sein. Dazu gehören regelmäßige Elternabende (mind. 2 x pro Jahr), Elterngespräche und gemeinsame Aktionen (z.B. Feste und Bauaktionen im Kindergarten, ….)

Für verschiedene Feste und Projekte benötigen wir auch immer wieder das Engagement und die Mitarbeit der Eltern.

 

2.10 Aufnahme in den Kindergarten:

Eine Aufnahme in den Kindergarten ist für Kinder ab 3 Jahren möglich.

Der Kindergarten steht allen Kindern offen. Bei Kindern mit Beeinträchtigungen muss im Einzelfall geprüft werden, ob die Teilnahme am Kindergartenalltag für das Kind möglich ist.

Es ist uns wichtig, dass die Eltern mit unserem Konzept einig sind und hinter unserer Arbeit stehen können. Nur so gelingt eine Vertrauensbasis auf der wir miteinander zum Wohl des Kindes arbeiten können. Dies ist beim Aufnahmegespräch zu klären, ebenso der Aufnahmetermin.

 

2.11 Kindergartenbeitrag

Für jeden Kindergartenplatz ist von den Eltern ein monatlicher, finanzieller Beitrag zu leisten, der aufgrund des besonderen pädagogischen Konzeptes und der freien Trägerschaft etwas höher ausfällt, als bei den städtischen Einrichtungen.

 

2.12 Kooperationspartner:

Es besteht eine Kooperation mit der örtlichen Grundschule. Die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Kooperationslehrern der verschiedenen Grundschulen ist uns wichtig.

Es ist auch möglich, dass SchülerInnen und Auszubildende bei uns im Kindergarten ein Praktikum machen. Dabei ist uns die Zusammenarbeit mit der Fachschule für Sozialpädagogik wichtig.

 

 

3. Pädagogisches Konzept:

 

“Kinder müssen mit Kopf, Hand und Herz lernen”

                                                           Prof. Manfred Spitzer

 

Was ist uns wichtig - was sind unsere Ziele

 

3.1 Natur erleben mit allen Sinnen:

Weil wir das ganze Jahr mit den Kindern im Freien erleben, machen sie tiefgehende und prägende Erfahrungen mit der Natur. Sie begreifen mit allen Sinnen die Jahreszeiten und die dazugehörigen Naturereignisse. Sie erleben, wie sich der Frühling anfühlt (die ersten warmen Sonnenstrahlen auf der Haut…), wie der Sommer riecht (nach Rosen, Lindenblüten, Hitze….), wie der Herbst schmeckt (nach Äpfeln und Zwetschgen…), wie der Winter klingt (der Schnee knirscht und dämpft die Geräusche, es ist sehr still, die Natur und viele Tiere ruhen…) und sehen, wie sich der Garten im Laufe der Jahreszeiten verändert (aufbrechende Blattknospen an den Bäumen, bunte Blumen im Sommer, fallendes Laub im Herbst, der lichte Garten im Winter). Die Kinder be-greifen und er-leben die Vorgänge in der Natur. Sie lernen viel über die Tiere die bei uns im Kindergarten und in Wald und Flur leben, über das Wetter und die Jahreszeiten und über ihre unmittelbare Umgebung.    

Solche ganzheitlichen Erfahrungen prägen sich den Kindern tief ein und begleiten sie ihr ganzes Leben.

 

3.1.1 Phantasievolles, freies Spielen in der Natur

In unserer Zeit erleben wir einen beispiellosen Rückzug der Kinder aus der Natur. Sie verbringen viel Zeit in beheizten Räumen, mit fertigem Spielzeug und den modernen Medien und haben oft schon einen vollen Terminkalender. Reale Erfahrungen mit und in der Natur werden immer seltener. Doch alte Obstgärten, Wald und Brachland sind Freiräume, die den Kindern die Möglichkeit bieten, spielerisch ihr Ich zu entfalten. Zwischen Bäumen und Steinen bestimmen sie selbst ihr Spiel, hier sind sie eigenständige Partner miteinander und mit der Schöpfung. Das unstrukturierte, imaginative, von Erwachsenen freie Erobern einer “wilden Welt” betrachten viele Kognitionsforscher inzwischen als sehr wichtig für eine gesunde psychomotorische Entwicklung der Kinder. Sie spielen in und mit der Natur anders als in Räumen mit vorgefertigtem Spielmaterial. Sie ersinnen Abenteuer, die sich manchmal über Tage hinziehen können.

Deshalb ist es uns wichtig, den Kindern genug freie Zeit für ihr eigenständiges, phantasievolles und kreatives Spielen zu geben. Das freie Spielen in der Natur bietet dem Kind unendliche Möglichkeiten seine Phantasie einzusetzen. Ein Baumstamm wird zum Traktor, ein Ast verwandelt sich in einen Bohrer, ein Stück Rinde wird zum Telefon und eine Nussschale in einer Pfütze zum Schiff auf dem Meer.

Das freie Spiel ist für die Entwicklung im Kindesalter unersetzlich. Hier lernen sie Sozialverhalten und Empathie, sie verarbeiten Erlebnisse, sie üben sich im Nachahmen von Erwachsenentätigkeiten, sie entwickeln Phantasie und Kreativität, sie lernen Probleme zu lösen, sie erforschen ihre Umwelt, können in verschiedene Rollen schlüpfen, sich bewegen und Emotionen (Glück, Zufriedenheit, Traurigkeit…) ausleben. Kinder brauchen das freie Spielen auch, um ausgeglichen und zufrieden zu sein.

 

3.1.2 Staunen über die Schönheit und die Wunder der Schöpfung

In der Natur “er-leben” wir Gottes wunderbare Schöpfung, seine Größe und Liebe hautnah. Wir können mit den Kindern darüber staunen was aus einem kleinen Samenkorn wird. Es ist ein einziges Wunder, wenn im Frühling die Natur wieder zum Leben erwacht. Der Sommer und der Herbst beschenkt uns mit herrlichen Früchten, für deren Gedeihen wir nur sehr wenig tun können und müssen. Im Winter ist jede Schneeflocke für sich ein Kunstwerk des Schöpfers. Wir sind durch die Jahreszeiten, die wir im Naturkinder-garten intensiv erleben, ganz nah dran an der Schöpfung und am Schöpfer.

 

 

3.2 Unsere Tiere im Kindergarten

Zu unserem Kindergarten gehören auch Tiere. Schafe, Hühner, Enten, ein Esel….. . Zum Einen wollen wir mit den Kindern die Tiere versorgen. Dabei lernen sie Verantwortung für jemanden zu übernehmen und Pflichten zu erfüllen. Ihr Selbstwertgefühl wird unterstützt und gefördert, wenn sie erleben und feststellen “Ich kann das schon”.

Zum Anderen lernen die Kinder dabei viel über das Leben: Woher kommen die Eier, die Wolle…. . Tiere werden geboren (schlüpfen) und sie sterben auch - Freude und Abschiednehmen gehören zu unserer Welt und unserem Leben dazu.

Die Tiere unterstützen aber auch unsere pädagogische Arbeit. Die Kinder erfahren von den Tieren, dass diese sie annehmen wie sie sind, aber sie müssen auch den Tieren gegenüber respektvoll sein und deren Grenzen achten. Tiere zeigen sehr deutlich, wenn ihnen etwas nicht gefällt. So fördern sie bei den Kindern Rücksicht und helfen Ihnen beim sozialen Lernen. Im Umgang mit den Tieren muss man vorsichtig und ruhig sein. Tiere sind “Entspannungspädagogen” - sie freuen sich, von den Kindern gestreichelt zu werden und geben auch Wärme und Nähe zurück. So sind Tiere auch beziehungsfördernd.

Manchmal helfen Tiere auch Ängste zu überwinden und sie sind gute Zuhörer. Die Anwesenheit und der Einsatz von Tieren wirken sich positiv auf das Erleben und Verhalten der Kinder aus.

 

3.3 Lebenspraktischer Ansatz ((c) nach Ingrid Miklitz):

Wichtig für jeden Menschen, und ganz besonders auch für Kinder, ist das Gefühl, gebraucht zu werden, wichtig zu sein und etwas Sinnvolles zu tun. Darin liegt ein Schlüssel für gelingende Erziehung und gelingendes Leben.

Wenn wir die Tiere versorgen, pflanzen und ernten oder gemeinsam etwas zum Essen zubereiten oder zusammen unseren Kindergarten gestalten,  erleben sich die Kinder als wichtiges Glied unserer Kindergartengemein-schaft und ihr Mithelfen und Mitarbeiten als sinnvoll und wichtig für unser Zusammenleben.

Unser Leben ist Gabe und Aufgabe zugleich. Beides hat seine Berechtigung. Das lustvolle freie Toben, Spielen und Genießen ebenso wie das verantwortliche für- und miteinander Handeln und Arbeiten. Deshalb ist es uns wichtig, mit den Kindern

  • im Garten zu pflanzen und zu ernten
  • die Tiere verantwortlich zu versorgen
  • den Tisch zu decken und gemeinsam etwas zuzubereiten
  • kleine Reparaturen durchzuführen
  • unser Gelände zu gestalten (z.B. ein Spielhaus bauen o. ä.)
  • Holz für das Feuer zu holen
  • Vorräte für den Winter einzulagern (Äpfel ernten, Saft pressen, Marmelade kochen, Tee sammeln und trocknen…)

 

Wir wollen die Kinder an der realen und ernsthaften Lebenswirklichkeit teilhaben lassen. Sie können so alltagstaugliche Fertigkeiten einüben und Mitverantwortung für unsere Kindergartengemeinschaft übernehmen. Die Kleinen lernen durch Zuschauen und Nachahmen und die Größeren können schon richtig mithelfen. Wir trauen den Kindern Arbeiten zu (mit dem Messer zu schneiden, hämmern, graben, hacken…) und ermöglichen ihnen das Gefühl, gebraucht zu werden, etwas zu können und ein wichtiger und nützlicher Helfer zu sein. Das stärkt ihr Selbstwertgefühl und fördert die Integration in, und die Identifikation mit unserer Kindergartengemeinschaft.

 

3.4 Religionspädagogik:

Weil wir an Jesus Christus glauben und er uns Sinn und Hoffnung für unser Leben gibt, ist es uns ein Anliegen, dass die Kinder, die uns anvertraut werden, von Jesus hören. Durch das Erzählen biblischer Geschichten, das gemeinsame Feiern der christlichen Feste im Jahreslauf, durch Lieder und Gebete, haben die Kinder die Möglichkeit, den christlichen Glauben kennen zu lernen.

Durch die vielen Erlebnisse in der Natur und mit den Tieren (vieles davon klang an anderer Stelle unserer Konzeption schon an), werden ganz natürlich Fragen über den Schöpfer, über das Leben und auch den Tod auftauchen, denen wir mit den Kindern gerne nachgehen und ihnen auch beantworten wollen.

 

Außerdem ist uns wichtig, dass

  • wir zusammen wahrnehmen, was wir (von Gott) geschenkt bekommen haben, dafür dankbar sind und Gott dafür loben
  • uns bewusst wird, dass wir für unsere Schöpfung eine Mitverantwortung haben und diese mit unseren Möglichkeiten auch wahrnehmen wollen.
  • wir Gott alles sagen können:unsere Freude und alles, was uns traurig macht.
  • Gott jeden Menschen liebt und dass diese Wertschätzung auch unser Miteinander prägen soll. So können die Kinder stabile Persönlichkeiten werden und sie gewinnen Mut und Zuversicht für ihr Leben.
  • wir den Kindern christliche Werte (Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Achtung, Rücksicht, Liebe …) vorleben und mitgeben. Diese “Herzens-Bildung” befähigt sie zu sozialer Kompetenz, zu Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe und Anstand.

 

3.5 Werken

Durch vielfältige Werkangebote mit verschiedenen Materialien (Wolle, Ton, Holz, Farben und Papier….) wollen wir den Kindern Freude am schöpferischen Tun vermitteln. Sie bekommen dabei feinmotorisches Geschick, Selbstwertgefühl und Freude am Gestalten.                          

Die Natur gibt so viel Anregung zum kreativen Gestalten. Sei es die riesengroße Farbpalette, die in der Natur zu finden ist oder die vielen Materialien wie Holz, Lehm, Schneckenhäuser, Blätter uvm., die wie dafür geschaffen sind, etwas Phantasievolles daraus entstehen zu lassen. Deshalb ist es ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit, mit den Kindern handwerklich und kreativ tätig zu werden. Das fördert ihre Phantasie       (Staunen über das, was sie im Material entdecken), ihr Selbstbewusstsein (Bewunderung für das entstandene Werk) und manuelles Geschick (Freude darüber, was das Kind mit den eigenen Händen fertig gebracht hat).

 

3.6 Gemeinschaft erleben:

Als Menschen leben wir in Gemeinschaft. Deshalb ist es uns wichtig, den Kindern im Umgang miteinander Respekt, Achtung, Mitgefühl und Rücksicht vorzuleben und ihnen zu helfen, dass sie diese Werte auch verinnerlichen. Wenn wir so miteinander umgehen, erleben wir Gemeinschaft als Bereicherung. Es gelingt Freundschaften zu schließen.

Bei Festen und gemeinsamen Unternehmungen erleben wir die Schönheit von Gemeinschaft.

Gerade wenn die klimatischen Bedingungen im Winterhalbjahr schwieriger sind, wächst das Gruppengefühl. Z.B. ist es dann im Stuhlkreis am wärmsten, wenn alle eng zusammenrücken.

Auch gibt es viele Situationen im Naturkindergarten, bei denen gegenseitiges Helfen unerlässlich ist. Z.B. wenn ein schwerer Ast oder Stein herbei-geschleppt werden muss. Bei solchen natürlichen Anlässen zur gemeinsamen Lösung von Aufgaben, lernen und festigen die Kinder kooperative Verhaltensmuster.

Wir unterstützen die Kinder bei Konflikten, nach guten Lösungen zu suchen.

Damit Gemeinschaft gelingt ist es immer wieder auch notwendig, sich zurückzunehmen und auch einmal auf etwas verzichten zu können.

 

3.7 Feste

Unsere christlichen Feste prägen den Jahreskreis im Kindergarten, führen uns immer wieder aus dem Alltag heraus und schenken uns Vorfreude und Erfüllung. Uns ist es wichtig, dass die Kinder unsere christlichen Feste nicht nur kennen, sondern ihre Bedeutung begreifen und erfassen können. Deshalb wollen wir den Kindern die Feste lieb machen, indem wir sie gemeinsam vorbereiten und dann auch mit allen Sinnen feiern und erleben (Lieder, Geschichten, Essen, schöne Dekoration…).

So sind uns auch die Geburtstage der Kinder sehr wichtig. Jedes Kind soll diesen Tag für sich als Festtag erleben. Wir bringen den Kindern Wertschätzung entgegen und lassen sie so spüren, dass sie wertvoll, einzigartig und wichtig sind.

 

3.8 Fordern und Fördern:

  • Wir werden mit den Kindern viel singen. Lieder sind, genauso wir Reime und Fingerspiele, eine gute Unterstützung zum Üben der deutschen Sprache und fördern das Langzeitgedächtnis durch das Auswendiglernen der Texte.
  • Das Gelände fordert die Kinder von ganz alleine zur Bewegung auf. Die Grobmotorik wird geschult und ausgefeilt, sei es beim Laufen im unebenen Gelände, beim Balancieren über Baumstämme, beim Klettern und Rennen, beim Kugeln und Tanzen, beim Schlittenfahren oder übers Eis Rutschen, beim Hüpfen über und in Pfützen….. Empirische Untersuchungen haben den Zusammenhang zwischen psychomotorischen Erfahrungen und kognitiver Entwicklung nachgewiesen.
  • Die Feinmotorik wird geschult beim Werken und beim Malen, beim Schneiden von Obst, beim Nüsse auspuhlen, beim Steinchen sammeln, beim Beeren pflücken, beim Säen und Ernten….. .
  • Beim Werken und Spielen, ebenso wie beim Zuhören und Stillsitzen im Stuhlkreis wird die Konzentrationsfähigkeit und die Ausdauer der Kinder gefördert.
  • Das kognitive Lernen kommt beim alltäglichen Tun, Beobachten und Wahrnehmen im Kindergarten auch nicht zu kurz. Während ihrer Kindergartenzeit lernen die Kinder viel über ihre unmittelbare Umgebung, das Wetter, die Jahreszeiten, über Pflanzen und Tiere und vieles mehr. Das Zählen üben die Kinder beim Tischdecken, beim Eier Suchen, beim Zählen der Kinder und Tiere, beim Ernten usw.….
  • In der Natur werden alle Sinne der Kinder angesprochen: Hören, Riechen, Schmecken, Sehen und Fühlen. (siehe auch 3.1.)
  • Bei all unserem Tun im Kindergarten geht es uns darum, die Kinder in positiver Weise in ihrer Entwicklung zu fördern. Dabei ist uns wichtig, dass die Kinder die Voraussetzungen zum Zuhören und Verstehen ebenso erlernen, wie ein angemessenes Sozialverhalten. Außerdem wollen wir den Kindern Mut und Selbstvertrauen mitgeben, mit denen sie den Herausforderungen des Lebens begegnen können und mutig sagen können: “Das schaffe ich!” Das alles zusammen sind wichtige Vorraussetzungen sowohl für ihr weiteres Leben, als auch für die Schule.

 

3.9 Sicherheit geben:

Wir bringen jedem Kind die Wertschätzung entgegen: “Bei uns bist du genau richtig, du bist hier wichtig und angenommen. Du bist ein von Gott geliebtes Kind. “

Der ritualisierte Tages- und Jahresablauf, konstante Bezugspersonen, ein respektvoller Umgang miteinander, eine überschaubare Gruppe und klare Regeln schaffen eine liebevolle und geborgene Atmosphäre, die den Kindern Sicherheit und Vertrauen gibt.

 

4. Schlusswort:

 

In Ergänzung und in Zusammenarbeit mit den Eltern wollen wir die Kindergartenzeit für die Kinder als prägende Zeit und zum Legen eines guten Fundamentes nutzen, auf dem sie Ihr Leben aufbauen können.

Dazu gehört das Erlernen von praktischen Tätigkeiten, soziale Kompetenz, Wissen und ganzheitliches Erleben der sie umgebenden Natur. Ebenso wichtig ist uns die Vermittlung von christlichen Werten und die Bildung eines guten Selbstvertrauens. Dabei ist uns wichtig, jedes Kind individuell zu fördern, sie aber gleichzeitig nicht zu überfordern.

 

“Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen”.

 

Wir wollen, in Zusammenarbeit mit den Eltern, die Kinder ein Stück auf diesem Weg begleiten und ihnen Wegweiser ins Leben sein.

 

Anhang zur Konzeption           

Stand Januar 2019

 

1. Qualitätssicherung

  • Es gibt einen jährlichen pädagogischen Tag für die Mitarbeiter des Kindergartens, der zur Reflexion und Weiterentwicklung der Konzeption und der pädagogischen Arbeit dient.
  • Regelmäßige Fortbildung der Erzieherinnen.
  • Fachlich qualifizierte und (geistlich) motivierte Erzieherinnen.
  • Beobachtungen und Entwicklungsfortschritte werden für jedes Kind in einem Kinderordner gesammelt und schriftlich festgehalten.
  • Enge Zusammenarbeit mit den Eltern: regelmäßige Entwicklungsgespräche mit den Eltern (mind. 1x jährlich) anhand der dokumentierten Beobachtungen und Elternabende (mind. 2 x jährlich).

 

2. Beteiligung der Kinder

  • Förderung einer vertrauensvollen Beziehung zu den Kindern durch beständige und nicht wechselnde Bezugspersonen.
  • Durch die kleine Gruppengröße ist eine enge Beziehung zu den Kindern gegeben. So erfahren die Erzieherinnen von den Kindern, was sie freut oder traurig macht, was ihnen wichtig ist, was sie sich wünschen und sie beschäftigt. Besondere Gelegenheit dazu gibt es auch in der wöchentlichen Erzählrunde.
  • Gerade mit den Älteren werden wir auch Themen behandeln, die sie in ihren Gefühlswahrnehmungen stärken und sie befähigt, diese auch zu äußern: Umgang mit Streit, eigene Gefühle und Mitgefühl.
  • Ideen der Kinder werden wir nach Möglichkeit in den Alltag einbeziehen und umsetzen.
  • Die Kinder werden in viele alltägliche Arbeiten einbezogen. Dabei erleben sie sich selbstwirksam und tragen einen Teil zum Ganzen bei.

 

3. Beschwerdeverfahren

  • Eltern haben jederzeit die Möglichkeit Beschwerden, die sie selbst haben oder ihre Kinder zuhause geäußert haben, direkt an die Erzieherinnen heranzutragen oder über den Elternbeirat vorzubringen.
  • Unser Ziel ist ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen den Kindern und Erzieherinnen, das es den Kindern immer ermöglicht, Sorgen oder Beschwerden sofort zu äußern.

 

 

 

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